Ausbildung im Ninjutsu

Die sehr komplexe Ausbildung im Ito Ryu Ninjutsu ist systematisch unterteilt in fünf Kyu-Grade (Schüler Graduierungen) sowie 4 Dan-Grade (Meister Graduierungen).
Mit dem Gelbgurt hat man streng genommen erst den Eintritt in die Hierarchie vorgenommen. Ein Weißgurt gilt als gar nichts.
Die Einteilung analog der Stufen der Hierarchie im Ryu ist wie folgt aufgestellt:

Genin (unterste Ninja Hierarchie):
5. Kyu (gelber Gurt) sowie 4. Kyu (orangener Gurt)

Hier sollen die elementaren Ninjutsukenntnisse vermittelt werden. Neben den im Ito Ryu Ninjutsu üblichen unbewaffneten Kampftechniken, welche sich aus Tritten, Schlägen, Hebeltechniken, Würgetechniken und Würfen zusammensetzen wird hier auch der Umgang mit spezifischen Waffen vermittelt: Dem Bo (ein Kampfstab) sowie dem Katana (ein japanisches Langschwert).

Anspruchsvoll ist auch das Erlernen der jeweiligen Kata (fest vorgegebene Bewegungsabläufe), von denen es sowohl bewaffnete als auch unbewaffnete Varianten gibt. Das Geländetraining, welches regelmäßig mehrmals im Monat im öffentlichen Gelände stattfindet, gibt Gelegenheit Erlerntes umzusetzen und seine Fertigkeiten auszubauen.

Umfangreiche theoretische Unterweisungen sowie das Zusammenfassen des erlernten Wissens in Referatform runden diese Stufe ab.

Chunin (mittlere Ninja Hierarchie):
3. Kyu (grüner Gurt) sowie 2. Kyu (blauer Gurt)

In dieser Stufe hat sich das Wissen und Können der Genin gefestigt. Neben neuen unbewaffneten Kampftechniken lernt der Schüler auch den Umgang mit neuen Waffen: Manriki Kusari (wir verwenden eine Seilvariante mit Holzgriffen), Tessen (der Kampffächer), Tonfa (ursprünglich ein Schlegel bzw. Tragehilfe für Körbe), Han-Bo (Kurzstock), Bo Shuriken (Wurfpfeile) und Wurfmesser, Tanto (Kurzdolch) sowie Sai oder Jute (Schwertbrecher / -fänger).

Neben den üblichen bewaffneten und unbewaffneten Kampftechniken und der beschriebenen theoretischen Ausarbeitung kommen in diesen Stufen noch die Teezeremonie in der Urasenke Tradition, Nihon Buyo (japanischer Tanz), traditionelle asiatische Medizin und Kräuterkunde, Ikebana (Kunst des Blumenarrangements) sowie Kalligraphie (Kunst der Tuschezeichnung) dazu.

Die musischen Künste werden abgerundet durch das Spiel der Koto (japanische Zither) sowie der Shakuhachi (japanische Flöte).

Jonin (obere Ninja Hierarchie):
1. Kyu (brauner Gurt)

Hier wird die Ausbildung der Schülerstufen abgerundet. Neue Distanzwaffen wie der Yumi (Bogen) gehören genauso zum Inhalt wie Bisento / Naginata (Hellebarden / Speere) und das Shogei (eine Art Würgewaffe).

Zu den neuen unbewaffneten Kampftechniken muss der Schüler strategische Abhandlungen schreiben.
Außerdem muss er sich ein fundiertes Wissen über klassische asiatische Strategie aneignen(z.B. Musashi, Sun Bi, Sun Tzu etc.)

Der Jonin hat die Möglichkeit, in den Jogensha (Ratsgemeinschaft im Ryu) gewählt zu werden.

Allgemein

Allen Stufen gemein ist der erfolgreiche Vollkontaktkampf (bewaffnet und unbewaffnet) gegen Gegner, die die angestrebte Gürtelfarbe bereits haben. Diese Kämpfe sollen zeigen, dass man zum einen das Erlernte umsetzen kann, zum anderen soll der Prüfling demonstrieren dass er / sie die Reife und das technische Know How besitzt, in die angestrebte Stufe aufzusteigen.

Dieses Kampfprinzip wie auch die anspruchsvolle Hindernisprüfung in jeder Stufe ist weltweit einmalig in den Kampfkünsten und wird ausschließlich im Ito Ryu Ninjutsu gelehrt und praktiziert!

Meditationsübungen im Sitzen, Stehen und Gehen gehören zur Ausbildung und sollen zu einer inneren Ruhe führen.

Danträger

Wer nach Ablegen der Dan Prüfung selber ein Dojo eröffnen will muss strenge Auflagen erfüllen:

Trainerschein (Landessportbund), jährliche Dan-Fortbildung, interne Prüfung zum Sensei (nach traditioneller Assistenz von 3 Monaten und einer Klausur).